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Freitag, 23. November 2018

Cas Holmes – eine britische Textilkünstlerin

von Isabelle Wiessler

Ich habe im Oktober das „Knitting and Stiching show“ besucht. Für diejenigen von euch, die es nicht kennen, kann ich es nur empfehlen. Während dieser Show, die im Oktober in London und danach in Harrogate und Dublin stattfindet (Achtung: nicht alle Ausstellungen finden dort auch statt), kommen Sie in den Genuss vieler englischen und ausländischer Textilkunst. Die meisten Ausstellungen sind der Stickerei gewidmet, aber inzwischen sind die Grenzen nicht mehr klar zwischen den verschiedenen textilen Sparten, was mich persönlich sehr erfreut.

Heute möchte ich mich der Künstlerin Cas Holmes widmen.

Cas Holmes ist eine britische Textilkünstlerin, die im Südosten England lebt. Mit einem Diplom in Bildender Kunst widmet sie sich zwischenzeitlich in Arbeiten zwischen Malerei und Mixed-Media Techniken, Themen die ihr am Herzen liegen wie Landschaften, Umwelteinflüsse, die Vergänglichkeit der Zeit. Sie liebt es auch sich von gefundenen Objekte inspirieren zu lassen und ihnen ein neues Leben zu geben.



Ich kenne Cas persönlich, da wir schon parallel zu einander unterrichtet haben und auch schon gemeinsam ausgestellt haben. Sie ist eine sehr lebendige und humorvolle Frau, nimmt jedoch ihre Arbeit sehr ernst. Sie ist auch als Kursleiterin und als Buchautorin international bekannt. Ihre neuestes Buch „Textile Landscape: Painting with Cloth in Mixed Media“ widmet sie sich Landschaften in alle ihren Facetten. Ein sehr gelungenes und lesenswertes, wunderschönes Buch, finde ich.

Der Titel ihrer Ausstellung in London war: Tea Flora Tales and Textile Landscape. Diese Zweiteilung hatte mit ihrer momentanen Beschäftigung zu tun. „Tea Flora tales“ ist eine Installation, die beim Knitting and Stiching show in 2012 begann. Ihr Ziel ist „Planlife“ zu unterstützen und somit unsere Heimat. Diese Installation wuchs über die Jahren durch Spenden aus der ganzen Welt in textile oder sonstige Form, aber immer in Teebeutel Größe und sich thematisch wilden Blumen widmen. Da diese Ausstellung das Ende des Projekts einläutete, waren die Besucherinnen eigeladen eine diese textile Blumen gegen eine Spende für „Planlife anzuschneiden und mitzunehmen“.





Das Thema « Textile Landscape » erkundet die Verbindungen zwischen Landschaften, Menschen und Orte. In diesen Arbeiten verwendet sie auch gerne Fundstücke, die sie dann in ihre Arbeiten zusammen mit Stoffe, Farbe und Stiche integriert. Ihre Arbeit ist sehr vielseitig: dort konnte man große Arbeiten an der Wand, aber auch mehrteilige Installationen und auch sehr schöne, Leporellos und sonstige Köstlichkeiten, die zusammen mit ihren Skizzen hinter Glass betrachtet werden könnten.













Die Journalistin Rice Freeman-Zachery schrieb über sie:

For every artist, there is the what – what they make – and there is the why – the reason they are compelled to make. And then there is the place where these two converge to make art. Cas Holmes is fascinated by these zones of convergence in the making of art as well as in the concrete world that inspires it. Her fascination is reflected in her work, both in its subject matter, which explores the intersections of the spaces life inhabits: the green spaces in urban areas, the verges of highways, the trees in a city park; and in its techniques of joining cloth and paper.

Über Ihre Arbeit, Workshops, Ausstellungen können Sie sich unter www.casholmes.co.uk informieren.



Freitag, 26. Oktober 2018

Die Textilkünstlerin Urte Hanke - Gastbeitrag

  
 von Isabelle Wiessler

Urte Hanke hat zwei mal hintereinander bei der Quilttriennale in Heidelberg, Deutschland den Preis für Innovation im großen Format gewonnen. Ich finde persönlich Ihre Arbeiten so großartig, sie reflektieren eine ganz eigenwilliger und persönlicher künstlerischer Weg und wollte deshalb gerne über diese Künstlerin wissen. Ich bat Sie deshalb um einen Gastbeitrag den Sie sehr gerne angenommen hat.
Lesen Sie selbst ihre Werdegang und Entwicklung:


Aufgewachsen bin ich in Ostdeutschland in der Bauhausstadt Dessau. Wesentliche Einflüsse kommen von dort her und nach wir vor beeindrucken und beeinflussen mich die bahnbrechenden Arbeiten der Künstlerinnen und Künstler des Bauhauses in ihrer Konsequenz und Radikalität.
In meiner Familie sind viele Frauen mit der Arbeit mit Textilien vertraut, nähen, sticken, stricken und häkeln habe ich daher schon als Kind gelernt. Den kreativen Prozess und die damit einhergehende Erfüllung lernte ich schon früh kennen.
Eine künstlerische Ausbildung habe ich nicht gemacht, ich wurde Buchhändlerin.
Für mich ist Kunst eines der wichtigsten menschlichen Ausdrucksmittel überhaupt.
Vielleicht hatte ich deshalb schon immer den Drang, mich künstlerisch auszudrücken und daraus wurde mit der Zeit ein inneres Muss. Ich begann meine Vorstellungen darüber, was ich ausdrücken wollte, konkreter zu formen.
Da ich die Arbeit mit Textilien liebe, begann ich vor ungefähr 15 Jahren mit Stoff zu arbeiten. Als Kind war mir Patchwork schon begegnet, jetzt fand ich die Technik in Büchern wieder und begann, damit zu experimentieren. Zunächst kannte ich keine Gruppe, ich arbeitete allein und eignete mir die Techniken selbst an. Auch jetzt arbeite ich überwiegend allein.


FRAGMENT 11, 2015, 45 x 37 cm
Von Beginn an habe ich frei mit der Maschine gequiltet, die Teile auch bemalt und hatte den künstlerischen Ausdruck im Blick, nicht die praktischen Aspekte.
Einige Jahre gehörten dem Experiment, ich habe Berge von Proben genäht. Viele
davon sind bis heute wichtig für mich, aus ihnen speist sich meine Arbeit auch jetzt noch. Sie sind wichtige Ideengeber für weitere Experimente und wie ein Skizzenbuch aus Stoff, das auch Erinnerungen an Lerneffekte in sich birgt. Zusätzlich zeichnete ich sehr viel, was ein wichtiges Übungsfeld war und ist.
Die textilen Arbeiten nahmen mittlerweile immer mehr Zeit in Anspruch und ich entschied mich dafür, ausschließlich als Künstlerin zu arbeiten.

STRUKTUR UND RAUM 4, 2014, Acrylfarbe und Polyesterfaden auf Baumwolle, 180 x 180 cm
STRUKTUR UND RAUM 4, 2014, Acrylfarbe und Polyesterfaden auf Baumwolle, Detail
STRUKTUR UND RAUM 5, 2017, Acrylfarbe und Polyesterfaden auf Baumwolle, 53 x 51 cm
Momentan ist das intensive Maschinenquilten eine Haupttechnik, meist bemale ich den Stoff mit Ölfarbe oder Acrylfarbe vor oder auch nach dem Quilten. Dadurch hebe ich Bereiche hervor, manche gequilteten Linien zerstöre ich fast, ich arbeite vielfältige und komplexe Strukturen heraus. Im Arbeitsprozess sind mir langsame, beinahe meditative Phasen genauso wichtig wie schnelle, spontane Phasen.
Oft nutze ich dunkle Stoffe und ganze Stoffstücke.
Mit der Zeit habe ich begonnen, außer in kleinen auch in mittleren und großen Formaten zu arbeiten. Alle Größen stehen für mich gleichwertig nebeneinander, nicht jedes Motiv ist geeignet für das große Format.


FRAGMENT 14, 2016, Acrylfarbe und Polyesterfaden auf Baumwolle, 45 x 18 cm, Detail


FRAGMENT 15, 2017, Acrylfarbe und Polyesterfaden auf Baumwolle, 26 x 10 cm, Ausschnitt

STRUKTUR UND RAUM 3, 2013, +Ölfarbe und Polyesterfaden auf Baumwolle, 149 x 170 cm, Detail

Ich beginne grundsätzlich mit kleinen Proben. Die Arbeiten, die ein Potential zum größeren Format haben, versuche ich größer zu fertigen. Das ist nicht immer unproblematisch. Mit zunehmender Größe verändert sich die Wirkung oft völlig und auch technisch ergeben sich andere Herausforderungen.


Ich arbeite an mehreren Teilen gleichzeitig und kann so zwischen den Stücken wechseln, wenn ich Abwechslung oder Erholung brauche oder der Prozess aus anderen Gründen stockt.
Die Arbeit ist für mich nach der Fertigstellung eines Quilts nicht immer zu Ende, sondern es ergeben sich manchmal neue Fragen und ich habe das Gefühl, wieder am Anfang zu stehen.
Im Laufe der Zeit habe ich viele Ideen angesammelt, die darauf warten, bearbeitet zu werden. Dennoch gibt es meiner Arbeit Kontinuität, mich für eine gewisse Zeit auf ein Thema zu konzentrieren.

STRUKTUR BLAU 11, 2018, Acrylfarbe und Polyesterfaden auf Baumwolle, 97,5 x 125cm

Verschiedene Facetten einer Thematik werden mir nur zugänglich, wenn die scheinbare Wiederholung zur tieferen Betrachtung zwingt. Bis auf wenige Ausnahmen arbeite ich deshalb in Serien und versuche Impulse aufzunehmen und sichtbar zu machen, die sich aus der kritischen Betrachtung meiner Umwelt oder auch aus der Auseinandersetzung mit mir selbst ergeben.
Auf diesen Prozess konzentriere ich mich im Wesentlichen und das Ziel, individuelle und doch zeitlose Abstraktionen zu finden, steht für mich im Vordergrund.

STRUKTUR BLAU 3, 2016, Acrylfarbe und Polyesterfaden auf Baumwolle, 198 x 61,5 cm, Detail
In meiner Arbeit „Linear“ stehe ich am Anfang einer Serie, die mir besonders wichtig ist. Der Verzicht auf Fülle und der Versuch der Reduzierung ist hier ein gedankliches Konzept, das sich für mich verknüpft mit aktuellen Fragen, vor der die menschliche Gesellschaft als auch Menschen als Einzelindividuum stehen.


LINEAR, 2017, Ölfarbe und Polyesterfaden auf Baumwolle, 196 x 177 cm


LINEAR, 2017, +Ölfarbe und Polyesterfaden auf Baumwolle, 196 x 177 cm Detail 
Durch die konzeptionelle Beschränkung auf das Lineare habe ich versucht, Komplexität in der Einfachheit der Struktur zu finden. Es geht mir um Möglichkeiten und Begrenzungen linearer Strukturen, um die Erfahrung der Leere, Stille und Tiefe durch Reduktion.



LINEAR 4, 2017, Ölfarbe und Polyesterfaden auf Baumwolle, 41 x 45 cm

 Mehr können Sie über Urte auf Ihre Homepage sehen: https://www.urtehanke.de/

Vielen herzlichen Dank Urte für diesen ausführlicher Beitrag!
































Freitag, 28. September 2018

Die Quilttriennale in Heidelberg, Deutschland


von Isabelle Wiessler


Am 15. September fand die Vernissage der 7. Europäische Quilt-Triennale in Heidelberg statt. Dieser Wettbewerb kann als die bedeutendste, zeitgenössische Quiltausstellung Europas angesehen werden. Sowohl durch die Anzahl an Künstlern verschiedener Nationalitäten, als auch der hohen Qualität der eingereichten Arbeiten.

Die Juroren Elisabeth Bernner Remberg aus Schweden, Gabi Mett aus Deutschland, Leslie Morgan aus England, Cosabeth Parriaud aus Frankreich und Dr. Kristine Scherer Kuratorin der Textilsammlung May Berk, Heidelberg bildeten eine sehr internationale Jury, im Spiegel der ausgewählten Arbeiten. Sie wählten 41 Exponate aus 11 europäischen Ländern aus einer Gesamteinreichung von 161 Arbeiten aus. Die ausgewählten Künstler sind immer nur mit einer Arbeit repräsentiert.

Im Vorfeld waren die Preisgewinner sowie deren Quilts im Internet zu sehen – mehr nicht! Deshalb war meine Neugier sehr groß, bezüglich der gesamten Auswahl.

Foto freundlicherweise von Gudrun Heinz zur Verfügung gestellt

Foto freundlicherweise von Gudrun Heinz zur Verfügung gestellt

Die Vernissage war sehr schön und abwechslungsreich. Die Preisverleihung wurde von Musik. Der Doris-Winter-Gedächnispreis für Innovation im Bereich Material, Technik und Entwurf bekam Judith Mundwiler aus der Schweiz für Ihr Werk „Netzwerk im Fluss der Zeit“. Die Jury wählte Ihre Arbeit aufgrund seiner konzeptionellen Kraft aus. Es besteht aus drei Teilen, die dort als Leporello stehend installiert waren.

Ich selbst war sehr von der Aussagekraft dieser Arbeit angetan. Obwohl diese Arbeit, wie Judith selbst sagt „hauptsächlich aus Papier und mit wenig Chiffon genäht und mit einem Seidenfaden überstickt“ besteht. Das Werk zeigt, dass der Quilt sich von seiner ursprünglichen Form weiter löst und neue Wege geht. Ich kann Judith nur für Ihre Arbeit und Preis beglückwünschen!

Foto: Judith Mundwiler, freundlicherweise vom Museum zur Verfügung gestellt

Der Preis für Innovation im großen Format bekam zum 2. Mal Urte Hanke aus Deutschland für Ihr Werk „Linear“.

Diese Arbeit von 196 x 177 cm wirkte gleichzeitig aussagekräftig, schlicht, stark und einfach auf mich. „Von kunstvoller Komplexität zu klingender Simplizität“ schrieb der Jury völlig zu Recht über dieser Arbeit.

Foto: Urte Hanke, freundlicherweise vom Museum zur Verfügung gestellt

Der Preis für NachwuchsquilterInnen unter 40 Jahren wurde an Malou Cecille van Draanen Glismann aus Deutschland für Ihre Arbeit „Albtraum“ vergeben. Diese Arbeit überzeugte mich durch seine Gestaltung und seine Reife. Umso erstaunt war ich als ich hörte, dass Malou erst 17 Jahre alt ist! Wir können doch um den Nachwuchs hoffen?!

Foto: Monika Kirk, freundlicherweise vom Museum zur Verfügung gestellt

Gabi Mett erwähnte in Ihre Einführung, dass die Jury entgegen der heutigen Trends, sich zwei Tage getroffen hatte um aus den eingegangenen Sendungen eine Auswahl zu treffen. So hatte die Jury die Möglichkeit, sowohl die Arbeitsproben zu sehen als auch zu diskutieren. Diese Ernsthaftigkeit in der Arbeit hat mich sehr positiv gestimmt und ich muss sagen, die Auswahl lässt sich sehen. Ich finde sie persönlich sehr ansprechend, inspirierend und vielseitig.

Es sind noch einige gepieced Arbeiten vertreten wie z.B. von Michaela Grigoleit oder Barbara Kämpfer.

MG-Q#G 113 von Michaela Grigoleit



Viele lösen sich jedoch von diesem Korsett und entwickeln neue Wege wie z.B. Jutta Kolbeck oder Fanella Davies.

Topogravity von Jutta Kohlbeck

Die Stoffe werden nach wie vor gerne mit Farbe bearbeitet wie z.B. bei Diana Harrison, Monika Sebert, Katriina Flensburg oder bei mir.

Am Scheideweg von Katriina Flensburg
 
A4-Serie von Diana Harrison (Detail)

Horizonte 5 von Isabelle Wiessler

oder Objekte werden einfach zugefügt; das Konzeptionelle wird sichtbar wie bei Cécile Trentini.

Manche Künstlerinnen hatten sogar den Mut sich von der Wand teilweise oder ganz zu entfernen wie eben Judith Mundwiller, Heide-Marie Mönkemeyer, Els van Barle oder Margaret Ramsay. Dies ist besonders zu erwähnen als das die Triennale sich immer noch dem Medium „Quilt“ widmet. Es ist jedoch klar zu sehen, dass die Grenzen des Quiltes aufgeweicht werden. Für mich stellt sich die Frage ob und wann diese Triennale als „Textilkunst“ Triennale gesehen bzw. benannt wird? Eine für mich wichtige Frage und ich freue mich über regen Austausch diesbezüglich! Wir freuen uns über Ihre Kommentare!

Krieg und Hoffnung von Heidemarie Mönkemeyer


Es gäbe natürlich noch viel mehr zu sagen, über ausgewählten Themen der Künstlerinnen, über Material, Größe und Formen. Die Ausstellung lohnt sich anzusehen und sich ein eigenes Bild davon zu machen! Ich möchte jetzt weitere Arbeiten Zeigen – ohne jegliche Präferenz!

Kontakt von Susanne Klinke
 

Links: Sinnbild des Lebens von Trudy Kleinstein, rechts: Buch von Els van Barle



Kopenhagens Strassenleben von Rosie James (Detail)


Die 7. Europäische Quilt-Triennale ist noch in Heidelberg bis zum 06. Januar 2019 zu sehen. Besonders möchte ich auf ein Künstlergespräch mit Pascale Goldenberg und mir im Rahmen der französischer Woche am 17.10. um 16.00 Uhr hinweisen.

Danach wird die Ausstellung im Kreismuseum Zons, Dormagen, im Textiles Zentrum Haslach, Österreich, beim Knitting and Stiching Show in London und im Textilmuseum in St. Gallen, Schweiz zu sehen sein.

Informationen unter www.museum-heidelberg.de





Freitag, 6. Juli 2018

Quiltfestival in Noord Groningen, Holland


Von Isabelle Wiessler


Ich war beim diesjährigen Noord Groningen Quilt Festival in Holland vom 08.06.-10.06. eingeladen. Es wird von einem Verein rund um Marjan und Rob Ruitenberg organisiert und findet alle zwei Jahre im Juni statt und zwar in der Gemeinde Eemsmond , zwischen Groningen und dem Wattenmeer in einer wunderschönen und reizvollen Landschaft. Für diesen Event werden in den Dörfern dieser Gemeinde alte Kirchen, Kapellen und Mühlen geöffnet, die Ausstellungstätten für textile Ausstellungen jeder Art werden.

Ausstellung Gruppe Grenzenlos





Die Organisatoren sind dabei sehr bemüht eine große Bandbreite an textiler Kunst anzubieten: von traditionell bis hin zu Art Quilt und Mixed Media. So finden sich sowohl Ausstellungen von einzelnen Künstlerinnen, als auch von Gruppen oder Wettbewerbe (Made in Europe I von SAQA). Viele Künstlerinnen kommen aus Holland, aber einige aus dem Ausland bis hin zu USA (Denise Labadie) und Russland (Nelly Saveljewa).

Ausstellung Denise Labadie
"sunset on Inishmore" from D. Labadie
Bild Detail von Nelly Saveljewa

Es gab auch die Möglichkeit selbst aktiv zu werden und beim „Verfcollectief“( eine Gruppe ganz aktiver „Färbefrauen“) zu färben, drucken und marmorieren.



Es wurde auch ein Wettbewerb organisiert. Das Thema dieses Jahr war „Insel“ und es wurden 2 Kategorien angeboten: Art Quilt und traditionell-zeitgenössisch. Ich hatte die Ehre zusammen mit Mirjam Pet-Jacobs und Hilde van Schaardenburg diesen Wettbewerb zu jurieren. So durften wir zusammen in jeder Kategorie den 1., 2. und 3. Preis vergeben, sowie unser eigenen Jurypreis.

Die Preisverleihung fand im festlichen Rahmen inmitten des Freilichtmuseums in Kantens (sehr empfehlenswert) statt.


1. Preis Kategorie Traditionnel - zeitgenössisch: "Van kust tot kust" von Rita Dirkstra

"Mein Jurypreis": "Schier" von Ellen Loder

Ich war vollkommen über die Freundlichkeit und Hilfsbereitschaft aller dort Anwesenden begeistert. Sowohl Organisatoren, freiwillige Helfer (und es bräuchte viele!) als auch Mitaussteller, um nicht zu vergessen die vielen interessierten Besucher, haben diese Tage unvergesslich gemacht. Was bei diesem Festival ganz besonders ist, ist das die meisten Besucher, egal wie sie anreisen, das Festival von Ort zu Ort mit dem Fahrrad besuchen. Ich glaube, es standen bis zu 30 Fahrräder vor „meiner“ Kirche!



In einer Kirche auszustellen hat sicher seine Tücken. Ich hatte jedoch großes Glück: die Kirche in Usquert, in der ich ausstellen durfte, war sehr groß und sehr hell. Zudem waren direkt an den Wänden richtige Hängeleisten angebracht. Die Organisatoren hatten zudem noch Vorrichtungen aus Holz im Chor angebracht. So konnte ich eine stimmige und ausführliche Ausstellung präsentieren, die sich ihrer Umgebung gut angepasst hat.








Leider war es mir nicht möglich viele andere Ausstellungen zu besuchen, da ich in diesen drei Tagen viele Besucher bekam. Die Orte sind doch zum Teil relativ auseinander, was eine sehr entspannte Atmosphäre in einer ansprechenden Landschaft ermöglicht, jedoch nicht zur schnellen Besichtigungstour verleitet. Deshalb möchte ich betonen, dass die von mir gezeigten Fotos nur eine ganz kleine Auswahl wiedergibt.

Ausstellung der Gruppe Colorminds


Ausstellung der Gruppe Colorminds
Ausstellung von Henriet Bovenkerk - alle Werke aus recycled jeansstoff
Detail Bild von Nienke Smit
Bild Mitglied Gruppe Colorminds
Ausseninstallation von Ineke van Unen

Ich kann dieses Festival nur empfehlen. Die Mischung von Textilen, attraktive Landschaft und architektonisch besondere Gebäude macht es ganz besonders. Das nächste Festival findet in zwei Jahren am 12.-14.06.2020 statt.
https://www.quiltfestival.nl/nl/home