Freitag, 18. Juni 2021

Textil-affin unterwegs – eine Quartiererkundung

Gästeblog von Eva Waldmann


Flick_Streifen

Textil affin unterwegs- eine Quartiererkundung

Wann: 

1.7.21 von 18.30-20.30 Uhr im Kreis1/Aussersihl in Zürich | mehr Informationen/Tickets: 

eventfrog.ch/textilaffin_1

3.7.21 von 11.00-13.00 Uhr im Schiffbauquartier in Zürich | mehr Informationen/Tickets: 

eventfrog.ch/textilaffin_3

 


Wer hat nicht ab und zu Lust, die Welt mit den Augen einer anderen Person zu erkunden?Genau das bietet der zweistündige Stadt-Spaziergang durch einen Zürcher Quartierteil.

Im Dialog stellen die zwei Textil-Hand-Werkerinnen Isabelle Wackernagel Sichtschicht und Eva Waldmann prêt-à-reporter Bezüge her zwischen dem, was sie in ihren Ateliers tüfteln und produzieren, und dem was an Gebäuden und Plätzen zu entdecken ist. Isabelle bringt  die Themen Sichtbarkeit und Reflexion ein, Eva die unendlichen Möglichkeiten aus bereits Vorhandenem etwas Neues zu machen.

 

Wir stellen spielerisch und assoziativ Bezüge her zwischen dem, was wir in unseren Ateliers tüfteln und produzieren und dem, was unterwegs in und an Gebäuden, auf Plätzen und in Hinterhöfen angetroffen wird. Dabei schneiden wir eine breite Palette von Aspekte an. 

 



Falten_Spiralen



Das Entdeckte wird anhand von Materialbeispielen, Fotografien und Mustern illustriert. Wir fokussieren dieThemen: Gestaltung, Technik, Material, Langlebigkeit und Nachhaltigkeit.



Reihen


Wir erläutern geschichtliche Hintergründe zur Quartierentwicklung und zu ausgewählten Gebäuden. Lenken den Fokus auf Gestaltungselemente und Techniken und zeigen auf, wie unterschiedlich etwas wirkt, je nach verwendetem Material. Unser Hand-out zum Abschluss des Rundgangs enthält zahlreiche Hinweise und Tipps zur Vertiefung der angeschnittenen Themen.

Der zweistündige Spaziergang richtet sich an Menschen, die sich für’s Textile interessieren, gerne neue Sichtweisen ausprobieren, die Stadtarchitektur und -Entwicklung spannend finden und denen Nachhaltigkeit ein Anliegen ist. 



Wir würden uns freuen, wenn Ihr mit uns auf den Weg kommt.

 

Isabelle und Eva

Freitag, 14. Mai 2021

NAMAD

die antike Filzkunst aus dem Iran und Zentralasien

Von Bea Bernasconi, Fotos Bea Bernasconi


MUSEC; Museum der Kulturen Lugano, Villa MalpensataRiva Antonio Caccia 5Lugano 

28.01-03.10.2021

 


«In Persien erzählen sich die Menschen die Geschichte von dem Königssohn, der den Filz erfunden haben soll. Ein Sohn des Königs Salomon war Hirte. Er zog mit seinen Tieren durch das Land. Als er so dahinzog, kam ihm die Idee, die Wolle der Schafe, ohne einen Webstuhl zu verarbeiten. Er wolle Matten und Teppiche herstellen! Er bemühte sich die Fasern der Wolle miteinander zu verknüpfen. Viele verschiedene Arten probierte der Hirte aus. Unablässig versuchte er die Fasern miteinander zu verbinden. Doch er bemühte sich vergebens. Es wollte ihm nicht gelingen, eine Matte herzustellen.  Schließlich verlor er die Geduld. Der Hirte war sehr verzweifelt und weinte viele Tränen. Dabei stampfte er auf der geschorenen Wolle herum. Nach einiger Zeit war der Hirte ganz erschöpft und sank zu Boden. Verwundert merkte er, dass er mit seinen Tränen und seinem Gestampfe die Wolle verfilzt hatte. So war seine erste Filzmatte entstanden.»

 



Die im MUSEC ausgestellten Filze stammen alle aus der Sammlung der Stiftung Sergio Poggianella, sie kommen aus dem IRAN und verschiedenen Ländern Zentralasiens (Turkmenistan, Uzbekistan, Kasachstan, Afghanistan und Kirgisistan).

Bodenfilz wird im Iran allgemein als NAMAD bezeichnet. Ein Begriff der wahrscheinlich indischen Ursprungs ist und aus dem Sanskrit Namen für Filz «NAMATA» abgeleitet wurde.

Filz wurde seit der Antike von Nomaden in Asien verwendet für Kleider, Kopfschmuck, Werkzeuge und Votivfiguren aber vor allem, um die Oberflächen Ihrer traditionellen Filzhäuser zu bedecken und zu dekorieren.





Vielfach sind die Filze bestickt, manchmal fast unsichtbar und manchmal sehr auffällig und dekorativ.


Es ist interessant die vielen verschiedenen Motive zu entdecken, oft sind sie so abstrahiert dass man sie fast nicht erkennt.









Die ältesten Filzfragmente stammen aus der eurasischen Steppe aus dem 4.-3. Jahrhundert vor Christus. Anfänglich wurden stilisierte menschliche Figuren und Tiere als Motive verwendet,  welche im Laufe der Jahrhunderte nach und nach durch Zierelemente ersetzt wurden, welche die kulturellen Werte grosser geografischer Gebiete Asiens weiterhin zum Ausdruck bringen.








Die Lichtverhältnisse und die spärliche, aber gezielte Beleuchtung der alten Filze (sicher um die Ausstellungsstücke zu schützen) waren nicht ideal zum Fotografieren, also habe ich vor allem Details fotografiert. 

Ich hoffe trotzdem euer Interesse geweckt zu haben für einen kleinen Abstecher nach Lugano.