Montag, 3. September 2018

In eigener Sache



TAFch ist eine Gruppe von Textilkünstlerinnen, die sich zum Ziel gesetzt haben, textiles Schaffen einem breiten Publikum in der Schweiz bekannt zu machen und dessen Anerkennung als Kunstform zu fördern.

Wir sind immer offen für neue Mitglieder aus allen Textilkunstbereichen oder die sich mit textilem Materialien und Techniken auseinandersetzen.

Im speziellen suchen wir Künstler aus Bereichen die in TAFch noch nicht, oder untervertreten sind denn im Moment sind wir ein wenig «quiltlastig» und das Ziel der Gruppe ist ja alle Textilkünste zu vereinen.

Durch die gesammelten Erfahrungen in den vorangegangenen Teximus-Ausstellungen sind die damit verbundenen Arbeiten sehr vereinfacht worden und der Aufwand ist somit weniger intensiv.

Wir möchten die so gewonnene Zeit zwischen den Teximus-Ausstellungen intensiver für uns als Gruppe nützen, gemeinsam etwas unternehmen. Wir denken an gemeinsame Ausstellungen – wo auch immer - Ausflüge, Museums- und Galeriebesuche.

Teximus bleibt natürlich nach wie vor das wichtigste Ziel. Teximus 3 wird vom 25. – 29. März 2020 stattfinden.


Wir stellen nach wie vor die gleichen Bedingungen für eine Aufnahme in TAFch.

· Gruppenmitglieder sollten Textilschaffende sein, die sich als Künstlerin wahrnehmen und ihre Kunst mit der Ernsthaftigkeit eines Berufes ausüben.

· Sie haben möglichst an mehreren – vorzugsweise auch internationalen - jurierten Ausstellungen teilgenommen und zeigen eine sichtbare künstlerische Entwicklung in ihren Arbeiten. Eine E-Mail-Adresse sowie Kenntnisse im Umgang mit elektronischen Medien sind unabdingbar. Eine Website ist wünschenswert, aber nicht unbedingt notwendig.

· Sie sollten bereit sein, sich aktiv in der Gruppe zu engagieren und an mindestens zwei der vier Gruppentreffen pro Jahr teilzunehmen. Die Treffen finden immer in der Schweiz statt. Die Umgangssprache an den Sitzungen ist Deutsch.

· Bei Eintritt in die Gruppe leistet jedes Neumitglied einen einmaligen Beitrag von CHF 100.- Dieser Betrag wird nach Austritt wieder zurückerstattet. Der Jahresbeitrag beträgt CHF 50.- pro Kalenderjahr, der nicht erhoben wird, wenn wir genügend Sponsoren für Teximus finden.

· Die Blogbeiträge auf http://tafch.blogspot.com sind auch als Werbung für die eigene Person als Künstlerin zu betrachten.

· Wenn Sie sich für eine Aufnahme interessieren füllen Sie bitte das Bewerbungsformular aus und senden sie es an die untenstehende Adresse.

Kontakt:
Ursula Suter: Tel. 056 225 18 70, info@ursula-suter.ch; info@tafch.ch


Kontaktformular (download)






Freitag, 31. August 2018

Malen auf einer textilen Arbeit? Warum?

 von Isabelle Wiessler
 
 

Mit ist während meiner letzten Ausstellungen aufgefallen, dass ich oft danach gefragt wurde, wie ich Farbe auf der textilen Oberfläche auftrage und welche Farbe ich verwende.

Hier möchte ich mich der Frage, warum ich auf gequiltete Oberfläche male widmen, welche Hintergründe haben mich dazu bewegt so zu arbeiten, wie war meine Entwicklung bis dorthin?

Ich habe als Kind und Jugendliche sehr viel gemalt und gezeichnet. Schulisch bin ich auch diesen Weg gegangen und habe ein Kunst Abitur. Gemalt habe ich eigentlich nur mit Ölfarbe – es gab damals noch keine Acrylfarbe. Mit gefiel an der Ölfarbe, dass ich Schicht für Schicht arbeiten konnte und auch wieder etwas entfernen konnte, da diese Farbe langsam trocknet. Zu eigenen Kompositionen kam es jedoch nicht; ich habe dafür leidenschaftlich Bilder anderer Maler kopiert!





 


Mit Beruf und Kinder habe ich das Malen beiseitegelegt und angefangen mich dem Patchwork zu widmen. Sehr schnell bekam ich das Bedürfnis den Stoff als Ausgangspunkt und Träger zu betrachten und mit einem künstlerischen Anspruch zu bearbeiten; ich begann jedoch erst 2009 damit etwas Acrylfarbe auf einen Quilt aufzutragen. Ich war mir von Anfang an sicher, dass ich die Farbe zuerst auf die gesteppte Fläche Farbe auftragen würde. Der Stoff konnte zuerst gefärbt werden, Acrylfarbe auf den Stoff direkt aufzutragen wäre für meine Bedürfnisse zu steif und uninteressant gewesen. Ich wollte die Dreidimensionalität der Quiltoberfläche nutzen, um eine komplett neue Struktur zu erzielen.


Spuren der Zeit - 2009
 


Da mir das Resultat gefiel, habe ich mich immer mehr und mit immer größerer Freude an dieses neue „Experiment“ gewagt.


Die Spur der Steine, Detail - 2009

 


Es fasziniert mich zu sehen, wie meine Bilder nach und nach entstehen. Dabei spielt das Quilten eine ganz entscheidende Rolle. Die gesteppten Linien geben Bewegung, Rhythmus und sind ganz entscheidend für das gesamte Bild.

Golf von Mexico, April 2010, 2010



Hier wurde in Echoquilting (parallel wiederholende Stepmuster) gearbeitet um die Formen zu verstärken.

Golf von Mexico, April 2010 Detail

 

Urban 4, 2011

 Hier entsprechend die Stepplinien die jeweiligen Elemente (Wasser, Himmel, Gebäude). Einer Gefühl der Ruhe soll aufkommen.


Horizonte 2 - 2015
Hier wird durch zirkulare Stepplinien die Ruhe unterbrochen.


Japanische Impressionen, Abendlicht - 2015
 
Hier wurden weniger Stepplinien verwendet, dafür sehr gezielt.

Ich habe mit der Zeit einen großen Erfahrungsschatz angesammelt. Baumwollstoff reagiert ganz anders als Leinwand. Die gequiltete Linien sind auch eine Herausforderung, aber auch eine große Chance plastisch zu arbeiten. Auch das Auftragen verschiedener Farbschichten bereitet mir immer große Freude. Sie können sich anhand verschiedener Details selbst ein Bild machen.


Mongolei 2 - 2013


Mongolei 2 - Detail
 

Horizonte 1 - 2015 - Detail



Surface 1 - 2014 - Detail

Urban 5 - 2012 - Detail

Die Künstlerin Gabi Mett hat meine Arbeit wie folgt beschrieben:
„Bei genauer Betrachtung wird klar, warum erst der gequiltete Untergrund geschaffen wurde. Er gibt der Oberfläche Struktur und Rhythmus, bindet Licht und Schatten in die Gestaltung mit ein. Dies wäre bei einer Malerei auf Leinwand nicht so ohne weiteres möglich. Der Einsatz von Acrylfarbe nimmt dem Werk das weiche Stoffliche und führt so zu einem interessanten Kontrast“

Mehr über diese Arbeiten können Sie auf meine Website sehen: www.isabelle-wiessler.de