Freitag, 23. September 2016

Rot



Rot
Von Ursula Suter

Meine liebe Nachbarin mit dem „grünen Daumen“ hat im Frühjahr Zinnien ausgesät und anfangs Sommer die Setzlinge in unserem Garten eingepflanzt. Seit sie ab Mitte Juli zu blühen begonnen haben sind sie für mich ein Farbentraum. Auch jetzt, Ende September, gehen neue Blüten mit neuen Farbnuancen auf. Es ist wie ein Wunder!

An der gleichen Pflanze sind alle Stadien eines Blumenlebens zu sehen. Jedes Stadium hat seine besondere Schönheit.





Viele verschiedene Insekten besuchen tagein tagaus das Gasthaus zur Zinnie. Vier davon konnte ich fotografisch einfangen. Auch sie alle Wunderwerke der Natur!


Biene
Goldfliege
Wanze 
Taubenschwänzchen
Oft versuche ich herauszufinden wie viele verschiedene Rottöne ich finden kann. Ein schwieriges Unterfangen, denn je nach Tageszeit und Lichtverhältnissen variieren die Farben. Auch mit der Kamera lassen sich leider ganz feine Abstufungen nicht sichtbar machen.

















Die strahlenden Rottöne haben mir in diesem Sommer viel Energie geschenkt und mindestens eine Ecke meines Herzens mit Freude gefüllt.
Gerne würde ich die Farben der Zinnien irgenwie "fest halten".  Die starken Eindrücke werden jedoch in der Erinnerung bleiben.

Mittwoch, 21. September 2016

Freitag, 16. September 2016

STROH - GOLD

von Judith Mundwiler

Vor zwei Wochen fand im Museum der Kulturen in Basel ein besonderer Event statt:
"Kultur Kocht" hiess der zweitägige Anlass.
Dieses Museumsfest ist leider schon vorbei, aber die laufende Ausstellung
"STROH-GOLD" möchte ich Ihnen bestens zum Besuch empfehlen!


Ein kleiner Film zur Ausstellung zum einstimmen:    Stroh-Gold

Das Museum der Kulturen beschreibt die Ausstellung so:

Warum wird ein bayrisches Dirndl aus afrikanischen Waxprintstoffen geschneidert? Sind diese Stoffe überhaupt afrikanisch? Kann es sein, dass der Bodhisattva Avalokiteshvara in Südasien und im Himalaya männlich dargestellt und in Japan als Kannon Bosatsu in weiblicher Form verehrt wird? StrohGold, die zweite Dauerausstellung im Museum der Kulturen Basel, stellt kulturelle Aneignungs- und Umwandlungsprozesse ins Zentrum. Alltagsgegenstände, Techniken, Materialien, politische Konzepte und religiöse Vorstellungen verbreiten sich regional und global und werden immer wieder aufs Neue lokal aufgenommen, abgelehnt oder auf kreative Art und Weise in den eigenen Alltag sinnstiftend eingewoben.

Die Ausstellung greift in 10 Stationen unterschiedliche Themenkomplexe auf, von Upcycling zu Mode etwa, von religiösen Wechselbeziehungen zu globalen wirtschaftlichen Verflechtungsgeschichte(n) bis hin zu Übergangsriten.

Da kulturelle Transformationsprozesse zu den konstanten Phänomenen des Lebens gehören, finden auch in der Ausstellung an zwei Orten jedes Jahr Wechsel statt. Im ersten Raum der Ausstellung werden abwechselnd Kunstschaffende mit einem Werk vorgestellt, dessen Entstehung mit Objekten aus der Sammlung verknüpft ist. Der letzte Raum wird zweimal im Jahr neu gestaltet, um weitere Themen vorzustellen oder einzelne Aspekte zu vertiefen – entweder durch Ausstellungen, die mit Gästen realisiert werden oder in Werkateliers, die die Besucherinnen und Besucher einladen, selber Hand anzulegen und Alltägliches zu etwas Neuem umzugestalten.



Das genaue Rahmen-Programm rund um die Ausstellung finden Sie auf der Webseite des Museums:  Hier

Es gibt Führungen und  Workshops. Am 5. November findet zum Beispiel ein Workshop "Einfach Papier" statt. Schauen Sie sich doch immer mal wieder das aktuelle Programm an.

Hier noch ein paar Eindrücke zur sehr anschaulich gestalteten Ausstellung:

Ein Japanischer Kimono aus einem afrikanischen Stoff, kreiert von einem Afrikaner, der in Frankreich und Japan lebt: Serge Mouangue



Mit einem kleinen Film wird man zum Ausstellungsobjekt informiert. Zum Teil reden die Künstler selbst, was einen tollen Einblick in deren Arbeit gibt. Hier werden die Freitagstaschen vorgestellt.

Her die bestens bekannten Glarner Tücher. Man bekommt erklärt, wie es zum traditionellen "Paisley-Muster" auf den Tüchern kam.

Das ist eine Künstlerin, die aus getragenen Herrenhemden neue Kleider kreiert. Ihr Name: Cloed Proscilla Baumgartner aus Wien

.Dann sieht man auch alte Gewänder, wie hier aus 1880 aus Japan....

..hier werden verschiedene Shibori-Techniken vorgestellt...
Ich verrate Ihnen nicht mehr aus der Ausstellung! Sie werden selber viel Spannendes entdecken!

Etwas zeige ich Ihnen noch von der vergangenen Ausstellung: Diese Dame ist so faszinierend, dass ich nochmals auf sie aufmerksam machen möchte:
Madame Tricot

Sie leitete ein paar Strickworkshops an der Ausstellung "Kultur kocht"  zum Thema Essen.







Wenn Sie von Madame Tricot die neuen Ausstellungen besuchen möchten, finden Sie die Links dazu auf ihrer Webseite: HIER

Am 12. Juni 2015 hatte ich schon mal einen Blog über diese wunderbare Künstlerin geschrieben. Wenn Sie diesen nochmals lesen möchten ist der Link dazu HIER.

Mittwoch, 14. September 2016

Montag, 12. September 2016

In eigener Sache

von Judith Mundwiler

Freier Kursplatz im Landart-Workshop "Kunst für den Augenblick" vom 2. Oktober bis 8. Oktober 2016.

Haben sie kurzfristig Zeit und Lust, eine Woche an der Küstenlandschaft von Cap Gris Nez an der Côte d'Opale an einem Landart-Workshop teil zu nehmen?

Die genauen Angaben dazu finden Sie hier:  http://www.textilkunst.de/


Freitag, 9. September 2016

"Quinary" am Festival of Quilts, Birmingham

von Grietje van der Veen


Das Festival of Quilts ist nichts für Leute, die ihre Ruhe suchen. Die Eindrücke stürmen auf einen ein und (fast) nirgends findet man ein Plätzchen, wo man sich zurückziehen kann. Deshalb bin ich seit einigen Jahren immer auf der Suche nach einer Ausstellung, die Ruhe und Gelassenheit ausstrahlt.

Diesmal habe ich sie gefunden bei «Quinary», eine Gruppe von fünf Künstlerinnen: Val Cross, Marilyn Hall, Caroline Hibbs, Denise Jones und Jean Kirk. Val Cross starb Anfang dieses Jahres. Ihre Werke sind aber in der Ausstellung vertreten.

Das Thema der Ausstellung ist «Locating». Das englische Verb «to locate» heisst auf Deutsch «örtlich festlegen». Das Partizip Präsens «locating» (örtlich festlegend) hingegen deutet auf ein zusätzliches Zeitverhältnis hin, nämlich die Gleichzeitigkeit (singend stiegen die Mädchen in den Bus).

Die Künstlerinnen haben sich also zum Ziel gesetzt, das Räumliche durch das Zeitliche zu erweitern.

«All the works incorporate a sense of movement, fluidity and change. They engage with our need to map, to search, pause and reflect and are appropriately imagnined in printed, constructed and stitched textile»

(Alle Arbeiten beinhalten ein Gefühl von etwas Fliessendem, von Bewegung und Veränderung. Diese Gefühle lassen sich ein auf unser Bedürfnis, uns festzulegen, zu suchen, inne zu halten und zu reflektieren. Sie offenbaren sich in bedruckten, zusammengefügten und bestickten Textilien.)

Val Cross fand am Strand ein Patchworkkissen, halb unter dem Sand begraben. Die Kissenhülle bestand aus zusammengenähten Baumwoll-Hexagons, das Futter aus einem Polyester-Baumwollgemisch. Wind und Wasser hatten der Baumwolle sehr zugesetzt. Val trennte die Hexagonpatches auf und spannte sie einzeln in ein Eisendrahtgeflecht. So verwandelte sich der praktische Gegenstand in ein vergängliches Gebilde ohne verwendbaren Zweck.


Val Cross: "Locatiing"
Val Cross: "Locatiing"
Marilyn Hall findet ihre Inspiration in der Stadt Stroud, in deren Umgebung im 19. Jahrhundert 140 Fabriken Wollstoffe produzierten. Heute wird dort nicht mehr gesponnen und gewoben, wie überall in Europa. Marilyn kreierte aus Wollstoff eine Installation als Huldigung an die FabrikarbeiterInnen jener Zeit. Jedes einzelne Segment verweist auf eine Fabrik. Sie sind zusammengehalten mit aus dem Stoff gezogenen Fäden, die die ArbeiterInnen repräsentieren. Diese sind ein integraler Bestandteil des Stoffs, denn ohne sie würde es den Stoff nicht geben.



Marilyn Hall: "String of Pearls"
Marilyn Hall: "String of Pearls", Ausschnitt





Caroline Hibbs thematisiert den Schutz, der von den Schichten der Boden- und Felsformationen ausgehen. Sie transformiert diese Schichten in Stoffstücke, die sie übereinanderlegt, zusammennäht und teilweise wieder ausschneidet, um die unteren Schichten sichtbar zu machen. Muster, die sie um sich herum sieht, finden ihren Weg in den geschichteten Stoffen: Strassen, Eisenbahnschienen, Tore, Abfall. Die ausgefransten Nähte verweisen auf unsere Zerbrechlichkeit und unser Bedürfnis nach Schutz.
Caroline Hibbs: "Journeys with Wild Lace", Ausschnitt
Caroline Hibbs: "Journeys with Wild Lace", Ausschnitt
Caroline Hibbs: "Journeys with Wild Lace", Ausschnitt
Caroline Hibbs: "Journeys with Wild Lace", Totale
Caroline Hibbs: "Journeys with Wild Lace", Ausschnitt
Denise Jones untersucht die sich wiederholende Bewegung der Nadel beim Sticken und kommt zu dem Schluss, dass der Stoff sich wie eine symbolische Haut verhält. Nadel und Faden verbinden die Haut mit dem inneren Selbst. Die Haut sieht sie als psychischen Behälter, der uns umhüllt und Gefühle, die wir (noch) nicht zeigen wollen, zurückhält.
Denise Jones "Through"
Denise Jones "Through", Ausschnitt
Jean Kirk erwanderte für ihre Untersuchung einen Teil der „Icknield Way“, einen nationalen Wanderweg (274 km lang). Ihre Eindrücke verarbeitete sie in ihrem Werk „Old Ways“. Sie verwendete afrikanische Baumwolle („tree cotton“), welche zwar nicht nichts mit dem Icknield Way zu tun hat, aber eine Kultur von Wanderungen entlang alter Pfade symbolisiert. Gedruckte Füsse und Pfeile deuten an, dass der Pfad weiterhin benutzt wird. Gemäss Jean tragen wir die Vergangenheit mit uns, wenn wir die alten Pfade bewandern. Eine einen Zentimeter tiefe Falte symbolisiert einen historischen Pfad.

Jane Kirk: "Old Ways", Ausschnitt


Jane Kirk: "Old Ways", Ausschnitt
Jane Kirk: "Old Ways", Ausschnitt

Wenn Sie mehr von der Gruppe erfahren möchten, klicken Sie HIER.

PS: Wenn Sie sich fragen, was Wordless Wednesday mit diesem Beitrag zu tun hat: das Bild zeigt die Aufhängung von Marilyn Halls Werk.