Freitag, 20. Juli 2018



Graffiti
von Bea Bernasconi

Ein Graffito ist eine Zeichnung, eine grafische Inschrift, hauptsächlich auf steinerne, metallische oder auf Putz oder ähnliche Unterlagen graviert.

Schon früh wurden zum Teil rudimentäre Instrumente wie Skalpelle, Nägel, Ahlen, Stilette oder 
Ähnliches gebraucht um die Graffiti zu produzieren. Viele der Graffiti sind abstrakte oder symbolische Zeichnungen, welche wahrscheinlich eine Art Kommunikation darstellten bevor die Schrift aufkam. Graffito kommt aus dem Lateinischen «Graphium», Schraffur, etymologische Herkunft aus dem griechischen Graphèin was neutral mit, schreiben, zeichnen oder malen übersetzt wird.

Graffiti sind schon im Paläolithikum (Altsteinzeit) vorhanden, wie zum Beispiel die  Felszeichnungen des Val Camonica (I), UNESCO Vermögen seit 1979.







Phönizier Graffito, Grab von Ahiram von Byblos


                     


In der frühchristlichen Zeit und im Mittelalter erscheinen Graffiti auf Grabsteinen. 

In der Archäologie haben Graffiti eine grosse Wichtigkeit: sie gehören zu den epigrafischen Texten und den nicht schriftsprachlichen volkstümlichen Beweisen, die vielfach unveröffentlichte gesellschaftliche Aspekte offenbaren.

Diese antiken Graffiti erscheinen überall auf der ganzen Welt:

In Guatemala in Tikal, Vikinger Graffiti in Newgrange, in der Basilika Santa Sofia in Istanbul, im Laternenturm von La Rochelle in Frankreich aus dem 13-14 Jahrhundert.

Viele romanische Kirchen weisen Graffiti auf die allerdings mit einer Schicht Putz überdeckt wurden, die Kirche von Moings (F) ist nur ein Beispiel. In Marsilly gibt es sogar ein Graffiti Museum und wer hat nicht schon von der Grotte von Lascaux gehört. Hier ein Video. Das «Centre International d’Art Pariétal -Lascaux IV» in Montignac ist seit Dezember 2016 offen und präsentiert massstabgetreue Kopien sämtlicher Kunstwerke der Höhle. 

Man könnte unendlich viele andere nennenswerte Graffiti aus der Antike aufzählen, machen sie mal eine Recherche in Google, es ist eine faszinierende Welt.

Aber gehen wir einen Schritt weiter in der Geschichte des Graffito oder «Sgraffito».

 Sgraffito Dekoration, Guarda

Die Dekorationstechnik wird zur Bearbeitung von Wandflächen benutzt. Nach dem Anbringen von verschiedenfarbigen Putzschichten werden Teile der oberen Schicht weggekratzt und es kommt so die darunterliegende Schicht zum Vorschein, es entsteht ein Bild durch den Farbkontrast. Die Technik des «Sgraffito» wurde insbesondere in Italien und in Böhmen im 16. Jahrhundert benutzt und während der Renaissance nach Deutschland und Österreich gebracht. Vor allem in Bayern ist die Technik sehr verbreitet, aber auch im Kanton Graubünden, speziell im Engadin ist Sgraffito ein häufiges Element an historischen aber auch an neueren Gebäuden, in Guarda faszinierten mich diese schon als Schulmädchen. Es werden vorwiegend heimatliche Motive gebraucht aber auch grossflächige Hausfassaden für Reklamezwecke sind zu finden.

Sgraffito, Guarda
Guarda

Guarda

Ja, und jetzt gehen wir noch einen Schritt weiter in der Geschichte. Heutige Graffiti sind Schriftzüge und Bilder die mit verschiedenen Techniken auf den unterschiedlichsten Oberflächen im öffentlichen oder privaten Raum erstellt werden, meist illegal und unter Pseudonym. Die Akzeptanz ist unterschiedlich aber meist, zumindest in der westlichen Welt, werden sie als Vandalismus betrachtet. Man kann die Graffiti aber auch als Form der Kunst anerkennen. Ich finde man kann sowohl das eine als auch das andere nicht ausschliessen.



Es werden viele Massnahmen getroffen um das illegale Anbringen von Graffiti zu verhindern, es gibt aber auch Gemeinden die Flächen frei geben.

Die Abgrenzung der vielen verschiedenen Arten von Graffiti ist oft nicht eindeutig möglich. 

Style-Writing/Graffiti-Writing oder kurz Writing ist die am weitesten verbreitete Form von Graffiti und deswegen von der Allgemeinheit auch am stärksten wahrgenommen.


Bekannte Writing-Künstler sind zum Beispiel der Deutsche DAIM der Deutsch-Franzose Darco oder auch der verstorbenen Schweizer Dare.

Unter Streetart werden künstlerische Graffiti, Stencils, die Stickerkunst, Plakatierung und auch Installationen im öffentlichen Raum zusammengefasst. Bei der Streetart spielen bildliche Motive die größere Rolle als die Schrift.



                             



Bekannte Graffiti Künstler: Bansky, Vhils, Basquiat, und eine unendliche Liste mehr!


Wisst Ihr was Gauner-Zinken sind?
Zinken sind Geheimzeichen, die von Landstreichern und Gaunern, oder “fahrendem Volk” angebracht werden um über die Situation vor Ort zu informieren. Diese grafische Kommunikationsart gibt es bereits seit dem 16. Jahrhundert, die Zeichen sind mit der Zeit schematisiert worden.


Also Graffiti gab es eigentlich schon immer, auch deren Zweck ist eigentlich immer noch derselbe, Kommunikation!

Aber warum erzähl ich euch das eigentlich? Warum Graffiti?

Das erzähl ich euch gern in meinem nächsten Blog Beitrag! Stay tuned!!

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