Freitag, 3. Oktober 2014

Nach dem Event ist vor dem Event

von Judith Mundwiler

Die grosse Ausstellung im Val d'Argent im Elsass ging am 21. September zu Ende.
Ich bin an diesem Sonntagmorgen mit Gabi und Elisabeth angereist für unsere Meisterklasse, die anschliessend stattfand. Die Zeit reichte uns, einige wenige Ausstellungs-Orte zu besuchen.
Dabei haben wir einen neues Museum entdeckt: In Tellure, im Bergbaumuseum, fand zum ersten Mal eine grössere textile Ausstellung statt.
Es waren anlässlich des 20-jährigen Jubiläums der Patchworktreffens alle Künstlerinnen eingeladen, die bisher eine Einzelausstellung dort hatten. Jede Künstlerin konnte ein Werk aus dem Jahr, wo sie ausgestellt hatte und ein neues von 2014 zeigen. Die Entwicklung in der Arbeit der einzelnen Künstlerinnen zu sehen, war sehr beeindruckend!
Und der Ort im Bergbaumuseum brachte die Werke sehr gut zur Geltung. Es wirkte alles sehr hell und luftig. Sehen Sie hier:

Wegen einem heftigen Gewitter drang an zwei Stellen Wasser in die Ausstellungsräume. Obwohl das an verschiedenen Orten geschah, traf es ausgerechnet die Werke von mir und Gabi!! Vorsorglich wurden sie abgehängt und am Nachmittag dann wieder neu plaziert.
Am Sonntagabend konnten wir dann unseren Raum einrichten, wo am Montag die Meisterklasse startete. Das  war zum Glück möglich, bevor alle Aussteller von der Ladenstrasse ihre Stände abbauten. Punkt sechs Uhr am Sonntagabend ging das grosse Chaos los! Es war unglaublich, wie das zu und herging: hunderte von Kisten, Schachteln, Stoffballen, Fadenspulen etc. wurden in Autos geladen. Am Montagmorgen sah es dann so aus, wie auf dem Bild vom "Wordless Wednesday"!
Oder so wie hier:


Der Titel von unserem Workshop war: "Meine persönliche Geschichte"
Für Gabi und mich war es das erste Mal, dass wir gemeinsam unterrichteten. Wir waren ganz gespannt auf dieses Abenteuer. Zusammen mit 14 Teilnehmerinnen aus der Schweiz, Deutschland, Frankreich, Luxemburg und Holland erarbeiteten wir das Thema "Siebdruck mit Recyclingmaterial , Schaum und Farbe" nach unserem gleichnamigen Buch.
Die Unterrichtssparche war deutsch und französisch. Gül Laporte war die ganze Zeit mit dabei zum übersetzen. Oft mussten wir zuerst von Deutsch ins Englische übersetzen und dann ins Französische. Das ging aber sehr gut.
Nachdem die Teilnehmenden eine Themensammlung gemacht hatten, fertigten sie sich persönliche Schablonen an und die Siebdruckrahmen aus Fruchtsafttüten.
Danach konnte es mit dem Drucken losgehen. Die ersten Drucke wurden auf Putzlappen/Filztücher gemacht. Die Resultate wurden gemeinsam genau besprochen. Mit den erlernten Gestaltungsaspekten vor Augen, wurde weitergedruckt auf anderen Materialien.
Nachdem verschiedene Buchvarianten mit unterschiedlichen Bindungen vorgestellt wurden, kam der nächste Schritt, die Collagen für die Buchseiten. Hier hatten einige Teilnehmerinnen grosse Hürden zu nehmen. Gabi und ich unterstützten individuell, besprachen die Möglichkeiten für die Ausarbeitung mit Sticken von Hand und Nähmaschine und mit der Filzmaschine.
Am Ende von den vier Tagen waren zum Teil einzelne Seiten schon fertig gestaltet und bestickt. Andere Buchseiten müssen nun zu Hause fertiggearbeitet werden. Die Klasse hat die Möglichkeit, nächstes Jahr am Europäischen Patchworktreffen vom 26.-19. September 2015 ihre Werke auszustellen. Gabi und ich sind sehr gespannt auf die Resultate!
Sehen Sie hier nun in den Kursraum:






















Auf der Facebook Seite vom Patchworkmeeting sehen Sie ebenfalls fotos vom Workshop: Hier!
Danke nochmals an alle Teilnehmerinnen von der Meisterklasse! Es hat Spass gemacht mit euch zu arbeiten!






Zum Schluss möchte ich Sie noch auf drei aktuelle Ausstellungen/Events aufmerksam machen:

Im Museum der Kulturen in Basel findet bis zum 22. März 2015 die Ausstellung: "Flickwerk zur Erleuchtung" statt. Eine sehr spannende Präsentation zum buddhistischen Mönchsgewand, der "KESA". sie können sogar an einer Kesa mitnähen! Es finden verschiedene Workshops und Führungen statt. Mehr hier!

In Rothrist sind Stickereien von Schülerinnen von Verena Erny zu sehen. Ebenfalls die faszinierenden "Breverl" von  Regula Schneider. Kleine, kunstvoll gestickte Kostbarkeiten! Die Ausstellung ist noch bis zum 18. Januar im Heimatmuseum Rothrist zu sehen. Mehr hier!

Wenn Sie mal ein ganz besonderer Filmabend erleben möchten: Der Stummfilmklassiker "Die Weber" aus dem Jahr 1927 nach einem Roman von Gerhart Hauptmann wird von Markus Dürrenberger live vertont. Das Thema ist der Weberaufstand in Schlesien. Es ist nicht nur fFlm, sondern auch Konzert. Markus Dürrenberger untermalt eindrücklich mit seinen verschiedenen Instrumenten, inklusive einer Garnhaspel, den schwarz-weiss Film! Gabi und ich haben in der HANRO in Liestal den Filmabend genossen. Sie finden HIER mehr Infos zu den Spielorten und Daten.




Kommentare:


  1. Danke für diesen schönen, interessanten und informativen Bericht!

    LG Luitgard

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  2. Vielen Dank, dass wir euch ein wenig bei dem Workshop zuschauen durften. Das sind ja sehr interessante Arbeiten geworden. Da kann man gespannt sein, was die Künstlerinnen der Meisterklasse noch so fertigen bis zum nächsten Jahr. Eine Ausstellung spornt da sicher an.Und es war wohl auch eine gelungene Premiere für das gemeinsame Unterrichten? Sieht jedenfalls für mich ganz danach aus!!!!! Herzliche Grüße Anette

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  3. ...ja, es war wirklich toll, das team-teaching!!! und auf die resultate im nächsten jahr bin ich sowieso seeehr gespannt....
    liebe grüsse
    judith

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