Mittwoch, 20. September 2017

Freitag, 15. September 2017

Phantastisches im Haus Konstruktiv

von Judith Mundwiler


Kürzlich habe ich im Haus Konstruktiv in Zürich eine spannende Ausstellung besucht. Leider ist sie schon vorbei, aber ich möchte Ihnen trotzdem einen Einblick geben. Die beiden Künstler Thomàs Saraceno und Jürg Stäuble sind sicher wieder mal in der Umgebung zu sehen. Oder Sie können die beiden im Internet besuchen.....
Beide Künstler geben total faszinierende und interessante Denkanstösse und Inspirationen! Bei den Werken von beiden Künstlern ist sehr viel Textilverwandtes zu entdecken.

Thomàs Saraceno

Thomas Saraceno studierte von 1992 bis 1999 Kunst und Architektur an der Universidad de Buenos Aires (UBA). Von 1999 bis 2000 machte er ein Aufbaustudium an der Escuela Superior de bellas Artes Ernesto de la Carcova.
Von 2001 bis 2003 schloss sich ein Postgraduiertenstudium der Kunst und Architektur an der Staatlichen Hochschule für Bildende Künste in Frankfurt am Main bei an. 
Von 2003 bis 2004 besuchte der den Kurs „Progettazione e Produzione delle Arti Visive“ an der Universität Venedig (UAV). Im Sommer 2009 nahm er am International Space Studies Program im NASA Kalifornien, teil.
Wiederkehrendes Motiv in Saracenos dreidimensionalem, meist raumfüllendem Werk sind verknüpfte Raumkapseln, [...] die unter den Vorzeichen von Klimawandel und Bevölkerungswachstum alternativen Wohnraum bereitstellen sollen. Sie zeigen Lebens- und Wohnmodelle, mit denen neue Ideen für soziale Interaktionen innerhalb einer globalen Zusammenarbeit entstehen könnten.
Auf der Biennale Venedig 2009 untersuchte er unter dem Titel “Galaxies Forming along Filaments, like Droplets along the Strands of a Spider's Web”, mit einer aus Kristall-PVC-Skulpturen und elastische Seilen bestehenden Rauminstallation alternative Lebensstrategien. Auf der Sonsbeek International Sculpture Exhibition 2008 stellte er ein „Fliegendes Gewächshaus“ vor, das aus zweiunddreißig mit Helium gefüllten Luftballons bestand, die durch ein Netz zusammen gehalten wurden. Die so entstandene „Wolke“ hatte einen Durchmesser von 10 Metern.
(Informationen von Wikipedia)

Im Museum Haus Konstruktiv installierte Saraceno die Arbeit «Arachno-Konzert»: In einem offenen kubischen Rahmen befindet sich eine Spinne, deren Netz mit einem Mikrofon verbunden ist welches die durch ihre eigene Aktivität entstehende Vibration simultan akustisch umsetzt. Parallel dazu lässt der Künstler «kosmischen Staub» sichtbar werden: Die Bahnen der sich frei durch die Luft bewegenden Staubpartikel werden von einer Kamera aufgezeichnet und auf eine Leinwand übertragen. Die Bewegung jeder Person beeinflusst den Luftstrom‚die Staubspuren und Spinnennetze. Saraceno vergleicht die Installation mit einer «Jam-Session zwischen der Spinne, dem Staub und den Menschen, die sich im Raum bewegen. Sie interagieren miteinander, und ich hoffe, dass ich alle in diesem kosmischen Getöse vereinen kann.»



Die lebende Spinne in ihrem Netz. Sie wurden jeden Tag gefüttert.

Die Installation mit Licht, Lautsprechern und Mikrofonen



Es wurden auch Spinnen und Netzstrukturen ausgestellt. Seit mehr als zehn Jahren untersucht Saraceno dieses Themenfeld mit Wissenschaftlern verschiedener Disziplinen. In Zusammenarbeit mit Arachnologen hat er in seinem Studio offene Rahmenkonstruktionen errichtet, die rund 300 Webspinnen beherbergen - insgesamt zwölf Arten, die als solitär, semisozial und sozial klassifiziert werden. Saraceno lässt Spinnen auf die Netze anderer Spinnenarten stossen und beobachtet die Entstehung neuer, hybrider Netzstrukturen,
die ihn vom Konzept her an hypermoderne Stadtlandschaften oder an die wabenartige Struktur des Universums erinnern.


Installation zum Thema: Stillness in Motion-Cloud Cities

Foto von der Webseite des Künstlers

Foto von der Webseite des Künstlers

In diesem Glaskasten ist so eine Netzskulptur einer Spinne. Die feinen seidenfäden der Spinne wurde mit Kohlenstoffaser und Tinte sichtbar gemacht.
Text zum Werk:
Die Skulptur aus komplex miteinander verwobenen, in der Luft hängenden Geometrien erscheint wie eine einzige Galaxie, die in einer weiten, unendlichen Landschaft schwebt. Während der Entstehung der Skulptur wurde der Kubus auf verschiedene Seiten gedreht und mit verlagerter Wirkung der Schwerkraft von verschiedenen Spinnen Arten mit silbriger Spinnen Seide versponnen,. Mit der Ablagerung kosmischen Staubes auf den Spinnennetzen nehmen die komplexen Filamente Bezug auf Zwerg- und Spiralgalaxien, auf Nebelflecken und Quasare. spinnen weben letztlich winzige Universen.







Zu den folgenden Bildern sagt Saraceo:










Ein weiteres Projekt:

Die Spinnen wurden in vollständig lichtdurchlässigem Acrylglas in ungefähre Abmessungen von 50 x 55 x 30 cm untergebracht. Mit Laser wurden die Fäden beleuchtet. Die Wände wurden mit Spritzkleber beschichtet, um sie weniger rutschig zu machen und damit der Spinne zu helfen, die Wände zu besteigen. Dies wurde mit einem Chemiker und Arachnologen besprochen, der sagte, dass es für die Gesundheit der Spinne sicher war. Mit einem komplexen vefahren wurde die Netzkunstruktion von verschiedenen Seiten aufgenommen. Es entstand eine Art Konstellation von Punkten und Streifen, wie ein leicht überbelichtetes Bild des Nachthimmels.

Den ganz genauen Ablauf dieses Verfahrens können sie auf der Webseite von Thomàs Saraceo hier nachlesen.


Fotos von der Webseite des Künstlers


Auch das Projekt "Aerocene" ist total faszinierend........


Foto aus der Ausstellung in Zürich

Foto aus der Ausstellung in Zürich


Foto von der Webseite des Künstlers 

Foto von der Webseite des Künstlers



Tomàs Saraceno versteht sein disziplin übergreifendes Schaffen als künstlerische Forschung, mit der er die Idee einer «realisierbaren Utopie» verfolgt. Inspiriert von physikalischen und biologischen Phänomenen — etwa der Thermodynamik der Atmosphäre oder den Strukturen von Spinnennetzen — entwickelt er in Zusammenarbeit mit entsprechenden Fachleuten, darunter Biologen, Ingenieure und Architekten, aufsehenerregende Werke: Riesige luftgefüllte Skulpturen, die nur dank der Sonneneinstrahlung und der Infrarotstrahlung der Erdoberfläche schweben, oder ebenso spektakuläre wie filigrane Netzstrukturen. Seine visionären Projekte erlauben einen Brückenschlag zu den russischen Konstruktivisten und Suprematisten: Schon Kasimir Malewitsch und El Lissitzky verfolgten die Idee fliegender Städte.
Als Reaktion auf globale ökologische und gesellschaftliche Herausforderungen sind Saracenos Arbei-
ten als Modelle zukünftiger, nachhaltiger Lebensformen zu verstehen.
Gezeigt wurden verschiedene schwebende Skulpturen, die weder auf fossile Brennstoffe und
Erdgase, noch Solarzellen angewiesen sind, sondern allein aufgrund der Thermik um die Welt fliegen können.
Zunächst als Kunst Proiekt angedacht, entwickelte sich «Aerocene» rasch zu einem Forum für die Auseinandersetzung mit akuten ökologischen Problemen wie der Umweltverschmutzung oder der Abhängigkeit von fossilen und aus Kohlenwasserstoff bestehenden Treibstoffen. Vor dem Hintergrund der gegenwärtigen Energiekrise sucht Saraceno mit einer Gruppe von Kunstschaffenden, Naturwissenschaftlern und Aktivisten nach Lösungen für ein nachhaltiges Reisen, Leben und Forschen, damit die biologische Vielfalt der Erde auf Dauer geschützt ist.

Wenn Sie, genauso wie ich, in den Bann gezogen sind von diesem herausragenden Künstler und seinen Visionen, besuchen Sie doch seine Webseite und verweilen Sie bei seinen weiteren Projekten. Diese beinhalten so viel Inspiration auch für das Weiterdenken und Weiterentwickeln der eigenen Kreativität!
Webseite von Thomàs Saraceo HIER.

Von  Jürg Stäuble, der im Haus Konstruktiv ebenfalls ausgestellt hatte, werde ich in einem nächsten Blog berichten, oder Sie besuchen ihn auf seiner Webseite HIER

Mittwoch, 13. September 2017

Freitag, 8. September 2017

Zeichnen und Malen


Von
 Ursula Suter

Donnerstagmorgen  bedeutet für mich Zeichnen und Malen.  Dann sind die Werte richtig/ falsch aufgehoben, und das empfinde ich als sehr befreiend. Ich „mache einfach“ und bin oft selber  überrascht  von dem, was aus dem Papier heraus entsteht.  Silvia Hintermann, Malerin und Fotografin mit einem Atelier in Windisch, gibt uns einen Anstoss, einen Einstieg, eröffnet uns Möglichkeiten, Anleitungen zu malerischen Spielen - und plötzlich findet sich ein Bild!


Heute Morgen schreiben wir  was wir sehen, aber ohne Kontrollblick auf den entstehenden Text. Anschliessend lösen wir einige Wortlinien wieder auf – es entstehen Flecken, neue Verbindungen.


In einem nächsten Schritt wählen wir einen Ausschnitt aus der Umgebung und zeichnen ihn, wiederum ohne dabei aufs Blatt zu schauen. Beim anschliessenden Auflösen einiger Linien wirkt das Gezeichnete sofort räumlich.


Im dritten Schritt führen wir unseren Stift neugierig auf dem Blatt spazieren und lassen uns überraschen von den entstehenden Formen. Diesmal werden nicht nur Linien aufgelöst, sondern Zwischenräume mit Farbe koloriert, was erneut Räumlichkeit erzeugt.




Vielleicht werde ich den einen oder anderen Schritt weiterentwickeln und daraus etwas Eigenes entstehen lassen,  Silvia Hintermann ermutigt dazu. Ihr Mitdenken und Mitschauen ist eine grosse Unterstützung, eine Unterstützung, die aber nur gerade so lange da ist, wie man sie wirklich braucht und auf dem eigenen Weg ist.

Bei diesen drei Bildern bekamen wir den Impuls  „ Reduzierte Farbpalette,  3 Formen skizzieren, rasch, mit viel Farbe und grobem Pinsel  arbeiten“ , und man sieht sehr wohl, wo das gelungen ist und wo nicht.




Ein weiterer Input, sich vom eigenen Atemrhythmus führen zu lassen führte dazu, dass ich mich über eine längere Zeit mit dem Thema „Streifen“ beschäftigte.







… daraus entstanden Landschaften…



… sogar Körperlandschaften, Körper, die sich in die Landschaften schmiegen …





Natürlich wirkt sich die malerische Arbeit auf meine Filzwerke aus, sie werden dabei irgendwie und oft unbewusst beeinflusst.






Das Malen und Zeichnen öffnet eine neue Fassette in mir und wird je länger je wichtiger für meinen künstlerischen Ausdruck.


Einblick in die Arbeit von Silvia Hintermann gibt es auf
silvia-hintermann-huser.ch


Mittwoch, 6. September 2017

Montag, 4. September 2017

In eigener Sache

von Judith Mundwiler

Wenn Sie gerne einen Kurs bei mir in Sissach besuchen möchten, hat es in folgenden Kursen noch einzelne Plätze frei:

Kurse am PZ, Pädagogisches Zentrum Basel

Thema: Fusing Fabric, Ort: Sissach, Datum: ab 18.10.17, Mittwochnachmittag 14.00-17.00, 5 Nachmittage in Folge
Link zur Ausschreibung und Anmeldung:  Weiterbildung Schule 2017 Basel-Stadt und Basel-Landschaft

Thema: Offenes Atelier, Hier können Sie Ihr Wunschthema bearbeiten! Ort: Sissach, Datum: ab. 31.10.17, Dienstagabend, 17.30-20.30h, 3 Abende in Folge
Link zur Ausschreibung und Anmeldung: Weiterbildung Schule 2017 Basel-Stadt und Basel-Landschaft


Atelier-Kurse in Sissach 

Thema:  Wunschkonzert!!!! Sie können aus folgenden Kursthemen eines aussuchen: Siebdruck, Minicollagen, Die Textile Linie, Fusing fabric, Datum: Freitag, 3. November 2017, Tageskurs von 9.00h bis 16.00h, Kosten: 118.--
Anmeldung per Mail an Judith Mundwiler: jmundwiler@bluewin.ch

Thema:  Wunschkonzert!!!! Sie können aus folgenden Kursthemen eines aussuchen: Siebdruck, Minicollagen, Die Textile Linie, Fusing fabric, Datum: Freitag, 24. November 2017, Tageskurs von 9.00h bis 16.00h, Kosten: 118.00
Anmeldung per Mail an Judith Mundwiler: jmundwiler@bluewin.ch

Thema: Siebdruck Nachmittag - eine Einführung zum Buch: "Siebdruck auf Stoff mit Recyclingmaterial, Schaum und Farbe“ von Judith Mundwiler und Gabi Mett
Datum: Freitagnachmittag, 15. September, 14.00-17.00h, Kosten: Fr. 59.--
Anmeldung per Mail an Judith Mundwiler: jmundwiler@bluewin.ch

Passen Ihnen diese drei Daten nicht? Dann melden Sie sich doch bei mir. Ich habe immer mal wieder Kursnachmittage mit Gruppen, die nicht ganz voll sind. 


Kurse im Hauptverlag Bern

Thema: Minicollagen-eine kleine Kostbarkeit in eigener Handschrift, Ort: Bern, Datum: Samstag, 9. Dezember 9.30h-16.30h
Thema: Siebdruck mit Recyclingmaterial, Ort: Bern, Datum: Dieser Kurs ist ausgebucht, aber Sie können sich auf die Warteliste setzen lassen, vielleicht kommt ein zweiter Kurs zu Stande.

Freitag, 1. September 2017

Black is Black

von Grietje van der Veen

Am Ausgangspunkt dieses Beitrags stand mein Bemühen, mit Reaktivfarben einen dramatischen Himmel zu simulieren. So in der Art von "aufkommender Sturm".

Ich versuchte es zuerst mit Traydyeing, aber die Resultate konnten mich nicht überzeugen.

Schwarz auf hellblauen Grund, Traydyeing
Procion Better Black, Traydyeing
Hier hätte ich einzelne Stücke ausschneiden können, aber ich dachte, es sei vielleicht doch besser, es mal mit Färben über über Eiswürfel zu versuchen. Schwarz  setzt sich ja aus vielen Farben zusammen. Mit Eisfärben kommt das Pulver nur sehr langsam mit dem Stoff in Kontakt. Somit ist die Chance grösse, dass die Farbe sich in einzelne Komponente auflöst und der Stoff die Farben separat aufnimmt.

Die amerikanische Firma, bei der ich meine Farben beziehe, kreiert immer wieder neue schwarze Varianten. Im Verlauf der Jahre kaufte ich "black", "jet black", "better black", "warm black" und "hot black". Ich versuchte es erst mal mit gewöhnlichem "black". Dabei kamen dann die Farben von "Wordless Wednesday" raus. Spätestens da hatte ich mein ursprüngliches Ziel, einen dramatischen Himmel zu kreieren, aus den Augen verloren. Das Resultat war faszinierend, und ich wollte auch die anderen Blackvarianten ausprobieren. Wären da Unterschiede zu entdecken?

Jetzt versuchte ich es mit "Warm Black". Da erwartete ich noch wärmere Farben, aber im Prinzip kamen die gleichen Farben dabei raus.
Warm black, Eisfärben
Jet black

Jet black produzierte schwarz und blau mit einem Hauch von "Flieder".

Jet black mit wenig Pulver
Black
Black mit wenig Pulver

Hot Black
Jet black
Ebenfalls jet black, aber mit sehr wenig Farbpulver
Tja, und nach alledem habe ich meine Idee mit dem dramatischen Himmel aufgegeben, nicht weil die Resultate mir  nicht gefielen, sondern weil ein dezenter Himmel besser zum Rest passte. So geht das!