Samstag, 7. Februar 2015

Die Ziegelei Oberwil – Arbeitsstätte für ein kunterbuntes Völkchen, Teil 2


von Grietje van der Veen


Bis jetzt habe ich Künstler vorgestellt, deren Ateliers sich im 4. und 5. Stock des Gebäudes H befinden. Jetzt gehen wir in den 3. Stock, wo sich Thomas Woodtli befindet. Er ist ein bekannter Tausendsassa: Malerei, Fotografie, Grafik, Inkjetdruck auf Glas, Kunst am Bau, auch Transferdruck auf Stoff. Immer wenn ich aus dem Lift trete, fällt mein Blick auf dieses Bild, das er im Treppenhaus aufgehängt hat. Ich liebe es.

Thomas Woodtli, Bild im Treppenhaus

Thomas Woodtli in seinem Atelier
Ich verstehe nicht, weshalb ich immer denke, in meinem Atelier herrsche Chaos. Aber Thomas behauptet, er könne nicht kreativ sein, wenn er nicht alles um sich hat. Das erhöhe die Spontanietät.
Wenn Sie mehr von ihm wissen möchten, dann klicken Sie HIER
 
In Haus M sind Richard Zihlmann  und Vlasta Martinec zuhause. Richard malt realistische Bilder. Er hat 2 Riesenpanoramas (jedes über 10 m. lang) gemalt, eins von den Alpen und eins von Basel. Beide hängen im KKLB Beromünster. Den Link zum KKLB finden Sie HIER
Richard Zihlmann mit einem seiner letzten lebenechten Bilder
Richard Zihlmanns Website finden Sie  HIER
 
Vlasta Martinec ist freischaffende Architektin und Malerin. Sie weist eine beeindruckende Ausstellungsgeschichte auf. In vielen ihrer Bilder steht der Mensch im Mittelpunkt. Sie bereitet  sich gerade auf eine Ausstellung mit Richard Zihlmann und Philipp Rueff vor.
HIER finden Sie ihre Website.

Vlasta Martinec
 Last but not least hat im Haus T Philipp Rueff sein Atelier, Experte in multimedialer Gestaltung: Design, Soundtracks. Aber auch Acrylbilder und Fotografie. Kurzum: ein Hansdampf in allen Gassen.
Philipp Rueff vor einem seiner Bildschirme
Seine Website finden Sie HIER

Es gäbe noch vieles zu erzählen von dem Völkchen in der Ziegelei. Ich möchte aber nun noch einige Bilder meines Ateliers zeigen, denn schliesslich gehöre ich ja auch dazu.

Mein Privatatelier ist der Ort, wo ich die Arbeiten mache, für die ich keine Nähmaschine brauche.
Eingang zum Privatatelier
Hier mache ich Büroarbeiten und sticke von Hand an meinen Werken. Zurzeit arbeite ich an einer Serie, in der handgefärbte Baumwollstoffe mit Seidenstoffen verbunden werden. Aus meinem Fundus habe ich  ausgediente Seidenstoffe wie alte Blusen, Nachthemden und Foulards rausgesucht, die ich je nach Projekt teilweise ent- und überfärbe.

Ein Tisch voller Seidenreste
 Mehr will ich noch nicht verraten. Da die Arbeiten wegen der Handstickereien sehr langsam vor sich gehen, dauert es natürlich seine Zeit, bis ein grosses Werk fertig ist. Vor allem, wenn noch andere Tätigkeiten anstehen.

Zum Sticken gehören natürlich Garne. Grün als Beispiel für ander Farben
Der Kursraum teilt sich wegen der Querbalken zwingend in drei Abschnitte auf. 
So präsentiert sich der ganze Raum beim Eintreten
Ganz hinten beim Fenster befindet sich meine (halb)private Ecke, wo ich zuschneide, mit der Maschine nähe und bügle. Beidseitig gibt es eine Bibliothek, links mit Büchern über klassische Kunst. Rechts mit textiler Literatur. Bellestristik hat in meiner Wohnung in Muttenz einen Platz gefunden.
Bibliothek links
Bibliothek rechts, Vorne der erhöhte Schneidetisch
Einer der vier Nähmaschinentische
Im ersten Raumteil stehen rechts während der Kurse vier Tische mit Nähmaschinen. Der eine Tisch (auf dem Foto) ist noch bedeckt mit den Materialien für den Transferkurs, der letzte Woche hätte stattfinden sollen, aber wegen der Grippewelle verschoben werden musste. Ich hoffe, wir finden einen baldigen Ausweichtermin.
Links im Vorderteil befindet sich der Färbebereich, den habe ich vergessen zu fotografieren.
 
Im Mittelteil des Raums stehen grosse Tische, wo die Kursteilnehmerinnen arbeitend zusammensitzen und sich auf diese Weise gut mit einander unterhalten können. Zum Zuschneiden, Nähen und Bügeln begibt man sich in die anderen Raumteile. Durch diese Fluktuationen ergeben sich ständig neue Kontaktmöglichkeiten unter den Frauen. 
Mittelteil mit zwei grossen Tischen
Im Mittelteil stehen zwei Designwände.
Die beiden Designwände sind mein Experimentierfeld. Schon lange, bevor ich überhaupt anfange, werden die Materialien auf- und umgehängt, bis ich klarer sehe.

Ich hoffe, Sie sind nicht enttäuscht, dass Sie so lange auf meinen Beitrag haben warten müssen. Es ging leider nicht anders.



Kommentare:

  1. Welch ein interessantes Haus. So viel Kreativität geballt an einem Ort, das muss doch beflügeln. Befruchtet man sich gegenseitig oder arbeitet jede(r) für sich? Gibt es einen Austausch? Vielen Dank auch für den Einblick ins Atelier. Ich finde es immer wieder spannend, in welcher Umgebung die Künstlerinnen arbeiten. Ein toller Ort!!! Chaos habe ich allerdings nicht entdeckt. Herzliche Grüße Anette

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  2. Liebe Anette,
    alle hier vorgestellten KünstlerInnen und noch einige mehr haben sich zu einer Gruppe zusammengetan. wir treffen uns regelmässig zum Austausch bei einer/m von uns. Alle drei Jahre organisieren wir ein gemeinsames Wochenende der "offenen Türen", das viele Besucher anzieht.

    Bevor ich die Fotos von meinem Atelier machte, hatte ich eine Stunde meiner kostbaren Zeit geopfert, um aufzuräumen. Sonst sieht es anders aus. Mein Nachbar sagt immer taktvoll, wenn er reinschaut: "Oh, hier wird aber gearbeitet!"
    Liebe Grüsse

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  3. Liebe Grietje, herzlichen Dank für deine Antwort. Der "Tag der offenen Tür" ist bestimmt eine tolle Sache. Leider wohne ich zu weit weg, sonst wäre ich bestimmt da.
    Chaos? Gibt es doch nicht!!!!Wie dein Nachbar schon gesagt hat: "Hier wird doch etwas getan". Und kürzlich habe ich irgendwo gelesen: "Das ist keine Unordnung, hier liegen nur überall Ideen herum" Habe ich mir gleich aufgeschrieben und in mein Nähzimmer gehängt.Ich könnte auch in einem aufgeräumten Raum nicht so gut arbeiten...... Herzliche Grüße Anette

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