Freitag, 14. Juni 2013

TextileART Berlin und "BRUCH"

von Judith Mundwiler

An dem Graffity von meinem "Wordless Wednesday" bin ich letztes Wochenende mehrmals vorbeigekommen. Es ziert eine Wand in Berlin Kreuzberg zwischen der Carl-von-Ossietzky-Schule und unserem Hotel.
Ich habe mit Gabi Mett von letztem Freitag bis Sonntag an der TEXTILE ART Berlin teilgenommen. Wir hatten zusammen einen Stand mit unseren Büchern und Heften, kleinen Collagen und Karten. Im Gang vor dem Raum konnten wir ein paar Werke von uns präsentieren. Ich habe meine Bänder "Zeitspuren", die ich 2008 für die Ausstellung "BRUCH"  im Schieferbergwerk von Elm geschaffen hatte, in Berlin aufgehängt.

Die Installation "Zeitspuren" ist immer ein Hingucker  und viele Menschen verweilen beim Entdecken von den Spuren der Zeit in den transparenten Bahnen.
Diese Spuren sind auch zum Teil entstanden während der Ausstellung im Bergwerk. Da die Bädner die ganze Zeit vom Bergwasser nass waren, begannen meine eingenähten Pflanzen zu wachsen! Aus dem Stoff heraus sprossen Gräser und die Blüten setzten dicken Schimmel an. Diese Vorgang war äusserst faszinierend: die Kraft der Natur, in diesen dunklen Katakomben Leben aus dürren Pflanzen wachsen zu lassen, war einfach überwältigend!
Nach der Ausstellung habe ich die Stoffbahnen gereinigt und getrocknet und es blieben weitere Spuren der Zeit zurück!

Ich nütze hier die Gelegenheit nochmals auf diese unvergessliche Ausstellung "BRUCH" 2008 im Landesplattenberg von Elm zurückzuschauen.
Der ganze Anlass war einzigartig und vom Ort her wohl kaum zu toppen. Was die OrganisatorInnen damals geleistet haben um ihre Vision von Textiler Kunst in einem stillgelegten Bergwerk zu verwirklichen, verdient auch nach fünf Jahren noch meine grösste Hochachtung!

Zur Austellung musste man sich Wanderschuhe anziehen und dann erst mal 20 Minuten den Berg hochwandern!
Dann hiess es "Schutzhelme fassen".....
Die eingenähten Gräser in meinen Bändern begannen zu spriessen, weil alles nass war vom Felswasser!
...und auch Schimmel setzte sich an auf den Pflanzen. Nach dem Reinigen blieben weitere Zeitspuren auf dem Stoff zurück
 Ich zeige Ihnen nun hier ein paar Einblicke in das Schieferbergwerk mit einigen Textilen Objekten, die damals installiert wurden. Der Landesplattenberg in Engi bei Elm kann übrigens während dem Sommer besichtigt werden. Das ist auch ohne Textilkunst sehr eindrücklich und gibt einen Einblick in ein Stück Schweizer Geschichte! Infos dazu HIER!

An der Vernissage wurde der Liebste mit rotem Faden umgarnt......





Sie können HIER nochmals auf die Ausstellung "Bruch" zurückblicken.

Auf dieser Seite finden Sie einen Bericht vom Schweizer Fernsehen und vom Radio. Ebenfalls können Sie im Ausstellungs-Katalog blättern.
Es wäre super, wenn wiedereinmal an so einem speziellen Ort eine Textilkunstausstellung stattfinden könnte!
Wir von TAFch machen nun unsern ersten Schritt mit der Ausschreibung "Teximus" .
Wer weiss....vielleicht gelingt uns in der Zukunft in Zusammenarbeit mit anderen Textilkünstlerinnen und Textilkünstlern ein ähnlicher Anlass an einem geschichtsträchtigen Ort........

Nun zurück zu Berlin:

Gabi und ich  leiteten auch je zwei Workshops. Dies bedeutete, dass wir einander ablösten beim Verkauf am Stand und bei der Werbung für unser neues Buch zum Thema Siebdruck, welches voraussichtlich Ende August auf den Buchmarkt kommen soll.
Mehr dazu erfahren Sie dann auch hier auf unserem Blog.
Nun nochmals einen Blick auf das Graffity auf der "Berliner Mauer": Wenn Sie genau hingucken, dann entdecken Sie eine kleine, verlorene Katze. Sie sitzt mitten in diesem grossen Geschehen, welches um sie herum gesprayt worden ist...........und genauso fühlte ich mich an diesem Grossanlass von der TEXTILE ART! Ich bewegte mich in diesem Riesengebäude voller Textiler Kunst nur auf kleinster Fläche, weil ich hier meine Aufgabe zu erfüllen hatte. Und es hätte so viel Spannendes zu entdecken gehabt! Aber die Zeit zum Besuch von anderen Ausstellenden bleib einfach nicht übrig! Auch von der wunderbaren Stadt Berlin habe ich nur einen kleinen Ausschnitt gesehen, weil ich am Montag schon wieder nach Hause reisen musste.

Damit Sie trotzdem einen kleinen Eindruck von der Ausstellung erhalten, schauen Sie doch auf dem BERNINA Blog von Gudrun Heinz rein! Gudrun hat einen umfassenden Bericht über die TEXTILE Art geschrieben!

Kommentare:

  1. Welch ein Erlebnis für die Textilkunst und deren Fortkommen, eine Ausstellung in dieser Form.
    Es bleibt sehr zu wünschen, daß es irgendwo eine Fortsetzung gibt, mit Menschen, die Visionen und Illusionen haben und die damit verbundene Arbeit auch auf sich nehmen.

    Ihre Spuren und die natürlich gewachsenen Spuren sind wunderbar, die Natur selbst ist eine große Künstlerin, Inspiration für alle - eigentlich!

    Auf Ihr Buch über/mit Siebdruck freue ich mich schon jetzt - Sie geben Bescheid, wann es auf den Markt kommt ?

    Danke!

    Liebe Grüße Luitgard

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  2. Liebe Luitgard
    ..ich komme erst jetzt dazu, Dir zu antworten!
    Ja, es wäre toll, wenn wir irgendewo so eine Fortsetzung finden, um die Textilkunst an einem eindrücklichen Ort zu präsentieren! Unser erster Schritt ist jetzt mal der Wettbewerb TEXIMUS. Das wird sicher auch eine ganz spannende Ausstellung!

    Und sobald unser neues Siebdruckbuch erhältlich ist, wirst du auch hier informiert!
    ich wünsche dir einen schönen Sommertag!
    Herzliche Grüsse Judith

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  3. Liebe Judith,

    ich freue mich drauf.
    Und für Eueren Wettbewerb - für die Textilkunst an sich - drücke ich Euch sehr die Daumen.

    Wenn es sich einrichten läßt - komme ich vorbei - bei der entstehenden Ausstellung - versprochen!

    Herzlichst Luitgard

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  4. Welch eine atemberaubende Ausstellung. Dafür wäre ich auch auf den Berg geklettert. Vielen Dank für die ausführlichen Informationen. Das in natura erleben zu können war sicher ein unvergessliches Erlebnis.Vielleicht gibt es ja doch noch einen ähnlichen Ort, der solch eine Präsentation ermöglicht?
    LG Anette

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  5. Hallo Anette
    ...ja, es war wirklich ein unvergessliches Erlebnis, in diesen Berg hineinzuwandern und die Textilen Kunstobjekte in schwindelerregender Höhe oder auf den nassen Felswänden zu erkunden! Auch der geschichtliche Hintergrund vom Bergwerk hat mich lange beschäftigt! So viele Familien in ärmsten Verhältnissen haben damals geschuftet und gelitten für den Export vom Schiefer in die ganze Welt!
    Es lohnt sich, mal auf der Bergwerk-Webseite zu stöbern!
    Herzliche Grüsse
    judith

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